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Nachhaltigkeit ist spannend – besonders für Kinder

Nachhaltigkeitsthemen für Kinder im Netz – ja, es gibt sie zuhauf. Aber es lohnt ein zweiter Blick auf die Angebote: Nur, weil die Suchmaschinen eine Fülle von Seiten anbieten, wenn die Begriffe „Kinder“ und „Nachhaltigkeit“ eingegeben werden, ist noch lange kein Kind erreicht oder ein Bildungsauftrag erledigt. Auch zeigt sich: Im Kindergartenalter spielt Nachhaltigkeitspädagogik eine große Rolle, auf dem Weg ins Schulalter jedoch dünnen die medialen Angebote aus.

Mit „WINS“ – Was ist Nachhaltigkeit? Spannend! – will das Duo Petra Reinken und Ina Rieck eine Website schaffen, die Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren für Nachhaltigkeitsthemen begeistert. Das bedeutet: keine erhobenen Zeigefinger, sondern Angebote zum Mit- und Nachmachen, keine vorgefertigten Meinungen, sondern Entscheidungshilfen, keine Lösungen auf dem Präsentierteller, sondern Dialoge über mögliche Wege. Ein Ziel von WINS ist es, junge Leute darin zu stärken, Entscheidungen für ein gutes Leben selbst treffen zu können. Eine wichtige Kompetenz. Denn Kinder, die jetzt zur Schule gehen, werden später nicht nur die Folgen von Klimawandel und Rückgang der Artenvielfalt tragen, sondern sie sind dann auch die Entscheidungsträger. Für diese Aufgabe benötigen die Journalistin und die Nachhaltigkeitsberaterin noch Unterstützung.

Trotz der vermeintlichen Omnipräsenz von Nachhaltigkeit zeigt sich in der Realität ein umgekehrter Trend: Kinder, Jugendliche, auch Erwachsene, entfernen sich von Wildnis und Natur. Durch die Kinderbücher schleichen nicht Wölfe oder Bären und locken zu Abenteuern, sondern mehr und mehr bestimmen Gebäude, Straßenszenen und Innenräume das Bild. Wenn nun infolge eines gelungenen Artenschutzes, der Wolf ganz real wieder durch deutsche Wälder zieht und sich am Rande von Dörfern zeigt, können Menschen mit diesem Ausdruck einer nachhaltigen Realität nicht mehr umgehen.

Die medialen Angebote für Kinder thematisieren, je nach Anbieter, meist nur einen bestimmten Ausschnitt des Nachhaltigkeitsgedankens. Nur wenige zeigen den Jungen und Mädchen, wie Nachhaltigkeit in ihr eigenes Leben eingebettet ist und thematisieren alltägliche Entscheidungen und Zielkonflikte, wie zum Beispiel: Ich weiß, dass das Öko-T-Shirt das beste ist, aber brauche ich wirklich ein neues? Ich weiß, dass Flugreisen die Luft verpesten, aber jeder fliegt doch heute! Die Stadt baut keine Ampel auf meinem Schulweg – muss ich mich damit wirklich abfinden?

Nein, musst Du nicht! – Um Dingen auf den Grund zu gehen, ist es manchmal nötig zu wühlen (und zu nerven) wie ein Maulwurf. Auch wenn das nicht allen gefällt. Nachhaltigkeit macht Freude, und manchmal ist sie unbequem. – Das ist eine wichtige Botschaft von WINS. Die Website will Mädchen und Jungen an ihrer Entdeckerfreude und Abenteuerlust packen. Kinder werden eingeladen, Nachhaltigkeitsthemen in ihrem eigenen Alltag aufzuspüren und erfahren, dass sie die Fragen dazu beantworten müssen – und es auch können. Das gute Leben ist möglich, wenn man sich dafür entscheidet und einsetzt!

Ihre Botschaften vermittelt WINS über drei Herangehensweisen: Themenwelten, die auf vielfältige Weise, spielerisch und informativ exakt diese Entscheidungen herausfordern, Nachrichten aus aller Welt, die zeigen, dass Nachhaltigkeit immer und überall eine Rolle spielt, und Rubriken wie Lexikon, Veranstaltungen und Medien-Tipps. So werden virtuelle und reale Welt eng verzahnt. WINS arbeitet nach den Grundsätzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), und zwar nicht als Stückwerk, sondern ganzheitlich. Dafür sollen auch Schulen sowie die unterschiedlichen BNE-Akteure und deren Angebote vernetzt werden. Ein solch gebündeltes Online-Angebot zum Thema Nachhaltigkeit, das Kinder darin stärkt, verschiedene Lösungen gegeneinander abzuwägen und sich zu entscheiden, gibt es bisher nicht.

Noch ist WINS nur eine gute Idee von zwei Medienexpertinnen, die seit Jahren die Nachhaltigkeitsdiskussion beobachten und immer wieder selbst führen. Ob das Online-Portal Wirklichkeit wird, hängt von der Finanzierung ab. Die Macherinnen möchten die Hälfte der Projektkosten über einen Antrag bei der Bundesinitiative „Ein Netz für Kinder“ realisieren. Für die andere Hälfte suchen sie jetzt Unterstützer und Partner in der Wirtschaft. Für Unternehmen ist eine Kooperation mit WINS in vielerlei Hinsicht eine gute Investition: in Lebensqualität sowie zukünftige Kunden und Mitarbeiter.

Mehr Informtionen auf www.wins-buendnis.de

Der Text erschien zuerst als Gastbeitrag Deutsches CSR-Forum auf dem Medienforum und Rechercheportal für Journalisten www.gruener-journalismus.de.

 

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