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Nachhaltig reisen: Was geht noch?

„Erfolgsmeldung“ zur Eröffnung der ITB 2015: Im letzten Jahr stieg die Zahl von Flugreisen ins Ausland auf einen neuen Höchststand. 81,6 Millionen Menschen sind 2014 von deutschen Flughäfen aus gestartet. Das sind 2,7 Millionen Passagiere (oder 3,4 Prozent) mehr als 2013.

Zahlen, die nachdenklich machen – weil bekannt ist, wie schädlich Fliegen für die Umwelt ist. Ein einziger Flug nach Mallorca ist genauso schlecht wie ein ganzes Jahr lang Autofahren. Warum ist Fliegen so beliebt und das mehr als je zuvor?

Entweder schützen oder fliegen. Beides geht nicht.

Mit keinem anderen Transportmittel können so schnell so weite Strecken überwunden werden. Das ist wohl der Hauptgrund. Auch ich möchte nicht darauf verzichten, die Welt zu entdecken und zu reisen. Meine Nichte ist gerade für ein halbes Jahr zum Schüleraustausch in Neuseeland. Und wenn ich ihre Begeisterung sehe, dann war es jeden Flugkilometer wert. Dennoch: Schönzureden gibt es nichts. Zwischen nachhaltigem Verhalten und Flugreisen herrscht eine unüberwindbare Spannung. Entweder Klima schützen oder fliegen. Beides geht nicht. Es kommt darauf an, nicht sinnlos um die Welt zu jetten, sondern Reiserouten bewusst auszuwählen, d. h. umweltfreundliche Alternativen zum Flugzeug im Blick zu haben. Als Faustregel gilt, bei Flügen über 1400 Kilometer ist ein Aufenthalt von 14 Tagen ein gutes Verhältnis.

Kein Reiseveranstalter der Welt…

ITB, frühlingshaftes Wetter in Berlin und in Hamburg haben die Kinder schulfrei. Da will auch ich weg. Raus aus Berlin. Was anderes sehen. Hamburg am Wochenende ist schön. Aber das meine ich nicht. Weit weg. Für mehrere Wochen ganz woanders sein. – Vor einigen Jahren war ich auf der Via de la Plata unterwegs: 600 Kilometer zu Fuß quer durch Spanien von Salamanca nach Santiago de Compostela bis ans Ende der Welt. Ein perfekter Urlaub:

„(…) Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster gucke, ist der Himmel wieder tiefblau. Postkartenwetter. Die Sonne strahlt und die Möwen erzählen sich über die Dächer hinweg Geschichten. Heute wird mein Tag am Strand: Baden, lesen und in der Sonne liegen. Ich schwimme im Atlantik und bin glücklich. Kein Reiseveranstalter der Welt hätte das organisieren können.“

Sofort würde ich wieder losziehen zum „Pilgern“ auf der Via de la Plata. Doch will ich keinen Weg zweimal gehen. (Dafür ist die Welt zu groß.) Mal schauen, was diesen Sommer – geht.

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