Nachhaltigkeits-Glossar

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A

Alternativen – andere Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte

Manche behaupten, es gäbe keine Alternativen zum derzeitigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem. Dabei gibt es eine ganze Reihe an Vorschlägen, Ideen und Bewegungen, zum Beispiel: Green Economy, Cradle to Cradle, Degrowth, Postwachstumsökonomie, Buen Vivir, Gemeinwohl-Ökonomie, und Transition Bewegung.

Anspruchsgruppen

vgl. Stakeholder

B

Buen Vivir

Das südamerikanische Konzept des „guten Lebens“ [„buen vivir“] wendet sich vom westlichen Wohlstandsparadigma ab. Im Zentrum steht die Rückbesinnung auf die Lebensphilosophie der indigenen Völker Südamerikas, die übermäßige Ausbeutung der Natur als Ressource verurteilt. Das Konzept wird von den Regierungen in Ecuador und Bolivien unterstützt.

Brundtland-Bericht

1987 veröffentlichte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung unter Leitung der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland den Report „Unsere gemeinsame Zukunft“, auch Brundtland-Bericht genannt. In diesem Papier wurde erstmals das Konzept der nachhaltigen Entwicklung formuliert und definiert.

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C

Corporate Responsibility

Corporate Responsibility [Abk. CR] ist der umfassende Begriff  für die Verantwortung, die Unternehmen für die Auswirkungen ihrer Unternehmenstätigkeiten auf Gesellschaft und Umwelt haben. In den letzten Jahren ist eine Gleichsetzung der Begriffe „Corporate Social Responisibility“ (CSR) und „Corporate Responsibility“ (CR) zu beobachten.

Corporate Social Responsibility

Corporate Social Responsibility [Abk. CSR] wird in Wissenschaft und Praxis sehr unterschiedlich interpretiert. Somit stellt es kein klares Managementkonzept dar, sondern eine (normative) Leitidee zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Fragen zur Unternehmensverantwortung werden auch unter den Begriffen Corporate Citizenship, Corporate Responsibility, Stakeholder-Management und Nachhaltigkeits Marketing diskutiert. Die Übergänge zwischen den Begriffen sind fließend.

Cradle to Cradle

Cradle to Cradle [Abk. C2C] wurde von Professor Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William McDonough entwickelt. Es ist die Vision einer Welt ohne Abfall: Geschlossene Materialkreisläufe machen „intelligente Verschwendung“ möglich. Kompostierbare T-Shirts werden zu Humus, Metalle werden unendlich oft zu Waschmaschinen. Es gibt bereits Unternehmen, die ihre Produktion nach C2C-Prinzipien ausrichten.

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D

Degrowth-Bewegung

Die Degrowth-Bewegung stuft Wirtschaftswachstum als Problem ein und nicht als ein Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit und Gemeinwohl. Das zugrundeliegende Problem heißt Rebound-Effekt. Als Begründer der Degrowth-Bewegung gilt Serge Latouche.

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E

Effizienz

Der Begriff Effizienz [englisch: efficiency] beschreibt ein Nutzen-Aufwand-Verhältnis, das nötig ist, um ein bestimmtes  Ergebnis zu erreichen. Bei der Ressourceneffizienz geht es also um das Verhältnis eingesetzter Rohstoffe zum Endprodukt. Dieses Verhältnis kann verbessert werden, indem z. B. der Einsatz von Technik und Organisation verändert wird, durch Einsparungen, Abfallvermeidung, Recycling u.v.m. Der Begriff der Effizienz wird oft im Zusammenhang mit dem Rebound-Effekt diskutiert. Ebenso ist Effizienz eng verbunden mit dem Begriff der Suffizienz. Beide Begriffe sind für nachhaltiges Konsumieren von großer Bedeutung.

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F

Fairtrade

Die Fairtrade-Standards werden entwickelt, um das Leben von Kleinbauern sowie Beschäftigten auf Plantagen zu verbessern.

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G

Gemeinwohl

Im Konzept des Gemeinwohl [engl. public value] geht es im Unterschied zu einseitigen Schwerpunktbildungen wie z. B. beim Stakeholder Value oder Shareholder Value, um den ganzheitlichen Blick auf das unternehmerische Handeln als gesellschaftliche Wertschöpfung und Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. An der  Universität St. Gallen ist Gemeinwohl ein Forschungsschwerpunkt.

Gemeinwohl-Ökonomie

Gemeinwohl-Ökonomie ist das Konzept eines alternativen Wirtschaftssystems, das auf gemeinwohlfördernden Werten wie Kooperation und Solidarität statt auf Konkurrenz und Gewinnmaximierung aufbaut. Die Grundidee der Gemeinwohl-Ökonomie stammt vom österreichischen Autor Christian Felber. Das Herzstück des Konzeptes ist die Gemeinwohl-Bilanz.

Green Economy

Der Ansatz der Green Economy wird von den internationalen Organisationen UNEP und OECD unterstützt. Sie vertreten die politische Idee, dass ein grüner Umbau der Wirtschaft zu nachhaltiger Entwicklung führt.

Greenwashing

Greenwashing ist ein international etablierter Begriff und bezeichnet den Versuch von Unternehmen, sich mit ökologischen oder auch sozialen Leistungen zu schmücken, die entweder nicht vorhanden sind oder die minimal sind im Verhältnis zu negativen Auswirkungen des Kerngeschäftes. Bezog sich der Begriff ursprünglich auf eine suggerierte Umweltfreundlichkeit, findet dieser mittlerweile auch für suggerierte Unternehmensverantwortung Verwendung.

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H

Hans Carl von Carlowitz

Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714), Oberberghauptmann aus Freiberg (Sachsen), gilt als Begründer des Prinzips der Nachhaltigkeit.

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I

IPCC

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über den Klimawandel oder auch kurz Weltklimarat) wurde 1988 vom Uno-Umweltprogramm (UNEP) und von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gegründet.

ISO 26000

Die ISO 26000 ist die erste ISO-Norm zum Thema gesellschaftliche Verantwortung. Sie ist ein Leitfaden mit international akzeptierten Kriterien und richtet sich an Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und öffentliche Einrichtungen. Die Einführung der ISO 26000 ist freiwillig und soll nicht als Grundlage für eine Zertifizierung dienen. In Deutschland ist der Leitfaden als DIN ISO 26000 mit Ausgabedatum Januar 2011 veröffentlicht.

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J

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K

Konsum

Über den Konsum werden nahezu alle Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft beeinflusst. In Deutschland macht der Konsum etwa 75 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, der Anteil des privaten Konsums liegt 2014 bei rund 55 Prozent. Individuelle Konsumentscheidungen sind demnach für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Der Begriff des Nachhaltigen Konsums [engl. sustainable consumption] wurde in der Agenda 21 eingeführt, die 1992 auf dem Weltgipfel von Rio verabschiedet wurde.

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L

LOHAS

Das Akronym LOHAS [engl. Lifestyles of Health and Sustainability] bezeichnet Personen, deren Lebensstil auf Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die Sinus-Milieus, eine von dem Markt- und Sozialforschungsunternehmen Sinus Sociovision entwickelte Zielgruppen-Typologie, unterscheiden fünf LOHAS-Typen.

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M

Marketing für Nachhaltigkeit

Nicht-kommerzielle Organisationen und zunehmend auch kommerzielle Unternehmen betreiben Marketing für Nachhaltigkeit mit dem Ziel, die Akzeptanz von ökologischen und sozial verträglichen Ideen zu erhöhen. Es wird zwischen Nachhaltigkeits Marketingund Marketing für Nachhaltigkeit unterschieden.

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N

Nachhaltige Entwicklung

Zu den Begriffen Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung gibt es verschiedene Definitionen. Die bekannteste ist wohl die Definition im Brundtland-Bericht: “Nachhaltig ist eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ („Sustainable development meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.”)

Nachhaltiger Konsum

vg. Konsum

Nachhaltigkeit

Die Idee der Nachhaltigkeit [engl. sustainability] hat ihre Wurzeln in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts und geht zurück auf Hans Carl von Carlowitz. Sein Ziel war es, nicht mehr Bäume zu fällen, als auch wieder nachwachsen können. Gegenwärtig droht der Begriff Nachhaltigkeit, seine Bedeutung zu verlieren. Im Englischen gibt es für die inflationäre Verwendung ein eigenes Wort: Sustainababble.

Nachhaltigkeits Marketing

Nachhaltigkeits Marketing ist eine Weiterentwicklung des Ökomarketings. Nachhaltigkeits Marketing zielt nicht allein auf den wirtschaftlichen Erfolg, sondern betont auch den ökologischen und sozialen Nutzen. So beinhaltet es zum einen das Marketing für sozial-ökologische Produkte und Leistungen. Zum anderen umfasst es den Aufbau und Erhalt von nachhaltigen Beziehungen zu Kunden, natürlicher und sozialer Umwelt. Es wird zwischen Nachhaltigkeits Marketing und Marketing für Nachhaltigkeitunterschieden.

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O

Öko-Marketing

Ziel des Öko-Marketings der achtziger Jahre war, bei der Planung, Koordination, Durchsetzung und Kontrolle aller marktgerichteten Transaktionen Umweltbelastungen zu verringern bzw. zu vermeiden. Zudem wurde auch das Potential von Öko-Marketing thematisiert, umweltorientierte Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

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P

Postwachstumsökonomie

Mit Postwachstumsökonomie postuliert eine Wirtschaft, die zu hoher Lebensqualität innerhalb ökologischer Grenzen führt. Der Weg dahin führt über eine Reduzierung des Konsumniveaus und Null-Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Die Grundidee wurde an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg entwickelt.

Public Value

siehe Gemeinwohl

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Q

Qualitätsstandards

Für Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und öffentliche Einrichtungen gibt es verschiedene Qualitätsstandards, Leitlinien und Indizes unter dem Stichwort der Corporate Social Responsibility – etwa den Global Compact der Vereinten Nationen, den Dow Jones Sustainability Index, die Global Reporting Initiative oder die ISO 26000.

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R

Rebound-Effekt

Der Rebound-Effekt beschreibt die Beobachtung, dass technologische Innovationen und die Steigerung von Ressourcen- und Energieeffizienz keinen positiven Effekt auf den Umweltverbrauch haben, sondern den gegenteiligen Effekt: Produktionssteigerungen und mehr Konsum und damit noch mehr Umweltverbrauch.

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S

Shareholder Value-Ansatz

Der Shareholder Value ist ein Ansatz zur Unternehmenssteuerung, bei dem die Interessen der Aktionäre [engl. shareholder] im Vordergrund stehen. Der Unternehmenserfolg bemisst sich demnach nicht nach dem Gewinn, sondern nach der Höhe des Aktionärsvermögens. Unternehmen werden danach beurteilt, inwieweit es ihnen gelingt, ihren Wert für die Anteilseigner zu steigern bzw. die Ausschüttung an die Anteilseigner langfristig zu maximieren.

Stakeholder

Der Begriff Stakeholder wurde als Gegenpol zum Begriff Shareholder entwickelt. Stakeholder eines Unternehmens sind gesellschaftliche Interessengruppen und unternehmerische Anspruchsgruppen: Mitarbeiter, Zulieferer, Kunden, Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen, Regierungen etc.

Suffizienz

Der Begriff Suffizienz [lat. sufficere = ausreichen, genügen) steht für „das richtige Maß“, „ein genügend an“. Der Begriff wird  im Zusammenhang mit nachhaltigem Konsum gebraucht, im Sinne von Konsumverzicht und Entkommerzialisierung. Suffizienz ist eng verbunden mit dem Begriff der Effizienz.

Sustainababble

Sustainababble ist ein Kunstwort für die inflationäre Verwendung des Begriffs Nachhaltigkeit. Die Wortschöpfung leitet sich zum einen ab vom Turmbau zu Babel. In der biblischen Erzählung zwingt die Sprachverwirrung letztlich zur Aufgabe des Projektes. Zum anderen leitet sich Sustainababble ab von “babble”; englisch für inhaltloses Gebrabbel.

Sustainability

siehe Nachhaltigkeit

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T

Transition Bewegung

Ziel aller Gruppen innerhalb der Transition Bewegung ist der Übergang von energieabhängigen zu lokal agierenden resilienten Gemeinschaften. Resilienz bezeichnet dabei die Widerstandsfähigkeit einer lokalen Gesellschaft gegenüber externen Störungen, wie zum Beispiel einem durch Erdölmangel ausgelösten Versorgungsdefizit. Bekannt ist das Transition Handbook von Rob Hopkins; eine Anleitung für weitere Transition Initiativen.

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U

Unternehmensverantwortung

siehe Corporate Responsibility

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V

Verbraucherpolitik

Verbraucherpolitik umfasst alle Maßnahmen mit dem Ziel, Konsumentensouveränität zu stärken und die Interessen der Verbraucher zu schützen. Instrumente der Verbraucherpolitik umfassen die Wettbewerbspolitik, Maßnahmen des Verbraucherschutzes und insbesondere die Aufklärung und Beratung der Konsumenten.

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W

Wirtschaftswachstum

Der Wachstumsbegriff wird im engeren Sinn auf gesamtwirtschaftliche Größen bezogen und interpretiert als langfristige Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Da Wachstum grundsätzlich als Normalfall angesehen wird, spricht man bei Konstanz wirtschaftlicher Größen bzw. Stagnation auch von Nullwachstum, schrumpft die wirtschaftliche Größe, von Minuswachstum. Im weiteren Sinne ist Wirtschaftswachstum nicht nur unter mengenmäßigen, materiellen Gesichtspunkten zu betrachten (quantitatives Wachstum), sondern auch unter qualitativen Aspekten (qualitatives Wachstum).

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X

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Y

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Z

Zukunftsstrategie BnE 2015+

In den Jahren 2005 bis 2014 gab es die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Als Folge dieser Dekade wurde eine Zukunftsstrategie Bne 2015+ entwickelt.

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